Da das Piemont vielleicht eine der besten Weinregion Italiens ist, gibt´s hier eine eigene Seite zum Thema Wein
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Antipasto-Vorspeisen (normalerweise 4-6 Vorspeisen) primo-1. Gang (Nudel- oder Reisgericht), secondo- 2.Gang (Fisch- oder Fleischgericht), Käse, Obst oder Dolci.
Für vier Personen werden 2 Zwiebeln und ein Bund Rosmarin feingehackt und in einen Topf mit zerlassenem Knochenmark (Kalb 50 g) gegeben. Zusammen andünsten. Zwei gewürfelte Tomaten und 1 Esslöffel passierte Tomaten dazu. Dann den Reis einstreuen. Wenn dieser die Sauce gut aufgenommen hat, ein Glas Dolcetto-Wein dazugießen. Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, etwas Knofi hinzufügen und unter ständigem Umrühren fertig garen. Mit frischem Parmesan servieren. (Garzeit ca. eine halbe Stunde.)

Die piemontesische Küche ist eine ganz besondere. Sie hat nur eines mit der typisch italienischen Küche gemein: Sie ist genauso schmackhaft und perfekt. Sonst gilt es, die südpiemontesischen Speisen als italienische Küche völlig neu zu entdecken. Die Gerichte spiegeln Geschichte und Geographie der Region: Sie sind bodenständig ("Arme-Leute-Zutaten") ausgefallen und ein bisschen französisch. Übrigens ist das Italian Culinary Institute for Foreigners (I.C.I.F.) die einzige international anerkannte Kochschule in Italien, gefördert von der Region Piemont, die die Möglichkeit bietet, in der einzigartigen Atmosphäre des Schlosses in Costigliole d´Asti, bei verschiedenen Kursen der italienischen Kochkunst, des Weinbaus und der italienischen Kultur ein international anerkanntes Masterdiplom zu erlangen. Info: www.icif.com
Hier einige Stichworte, die einen kleinen Eindruck in die piemontesische Küche und ihre typischen Delikatessen und Besonderheiten geben sollen, ohne zuviel vorweg zu nehmen.
KÄSE
In keiner Region Italiens gibt es so viele Qualitätskäsesorten wie im Piemont.
Von den acht DOC-Käsen sei einer genannt: Murrazzano oder Toma delle Langhe: Der flache runde kleine Laib, der für die höher gelegenen Regionen der Langhe so typisch ist. Aus Schafs- oder Kuhmilch. Am besten natur oder frisch mit Marmelade oder mit ganzen Nüssen drin. Oder mit Peperoni. Schmeckt auch reif und somit kräftiger im Geschmack vorzüglich!
TRÜFFEL
Der Diamant des Piemonts: tuber magnatum heißt sie botanisch korrekt und kostet bis zu 1000 Euro pro Kilo.
Sie wächst in den Hügeln der Langhe. In der Erde versteckt, in Symbiose mit den Baumwurzeln der Eiche, der Linde, der Pappel oder auch der Weide.
Der für die Trüffeln am besten geeigntete Boden ist kalkhaltig, in Höhenlagen von 200 bis 700 m. Trüffelzeit ist ab Oktober bis in den späten Winter. Die Trüffelsucher ziehen meist in der Dämmerung und nachts mit ihren eigens dafür abgerichteten Hunden los um dieses kostbare Gewächs zu finden. Jeder trifolao hütet seine Trüffelplätze... es gilt der Rechtsgrundsatz: Wer Trüffeln findet, darf sie auch behalten. - Außer im Boden findet man sie fast überall in Delikatessläden, auf seiner Pasta oder frisch auf dem Markt. Nicht zuletzt in Alba auf der Trüffelmesse.
Wer sie einmal gekostet hat, wird sie sicher wieder suchen...;-)
HASELNÜSSE
Die Piemont-Haselnuß wird auch "tonda gentile" - die edle Runde genannt. Die Haselnuß wird in den Hügeln der Langhe um Cortemilia herum kultiviert. Unter anderem wird daraus eine sehr beliebte Nuß-Nougat-Creme angerührt.
DOLCI
Süße Nachspeisen und kleine Schweinereien gibt es in tausend und einer Variation: Schokocreme, Schokotrüffel, Torrone, Panna Cotta, Haselnußpralinen noch und nöcher,
Kakao, der wie Schokoladenpudding aussieht (und auch so schmeckt) und natürlich die besten Amarettinis der Welt (bei Andrea e Franco in Bubbio und das nicht nur laut dem aktuellen Slow-Food-Führer).
GRISSINI
ja, die Grissini kommen ursprünglich aus dem Piemont. Aus Turin. Der kleine Prinz Vittorio Emanuele II, ein immer kränkelndes Savoyer Königskind, das das herkömmliche Brot nicht vertrug, ist die Ursache dieser leckeren Stangen. Die Ärzte forderten die Bäcker auf, leichte und leckere Alternativen zu zaubern. So wurden schließlich die Grissini erfunden und verbreiteten sich in ganz Italien. Vorsicht. Ein echter "grissino" wird von Hand gezogen, ist nicht pillegrade und bis zu einem Meter lang. Am besten beim Bäcker kaufen - nicht abgepackt im Supermarkt.
AGNOLOTTI
Die kleinen gefüllten Teigtaschen werden in vielen Varianten und meist zur Vorspeise verzehrt; mit Pesto oder Walnuß-Sahnesoße oder, ganz typisch für unsere Region, in Rotwein gekocht...
REIS
Die Zisterziensermönche haben im Mittelalter die ersten Reispflänzchen gesetzt. Heute bezeichnet man die Ebene um Vercelli und Novara herum als größtes Reisanbaugebiet Europas. Risotto wird schon jedem ein Begriff sein. (s. Rezepte rechts/oben)
POLENTA
Brei oder feste Schnitten gebacken aus Maismehl. - Typisch und lecker -> ´Festa del Pollentone´ nach Ostern in Bubbio!
SLOW FOOD
Die Slow-food-Bewegung, deren Ziel die Wiederbelebung der genußvollen Eßkultur ist, wurde 1986 im Piemont gegründet (60.000 Mitglieder in 35 Ländern). Um die echte piemontesische Küchenkultur kennenzulernen, begibt man sich am besten Sonntagmittags in ein gutes "ristorante" und nimmt dort in den folgenden drei Stunden das "pranzo" ein.